Signe Anita Fuchs, geb. Signe Klein
Die Suche nach dem Transzendenten
Werkverzeichnis
Dr. Signe Anita Fuchs ist eine wache Beobachterin und Leserin, sprachbegabt, und Reisende seit ihrer Kindheit. Die Faszination, durch Zeichnen und Malen die gegenwärtige Welt abzubilden, aber auch die vergangene Welt der Geschichte, Sagen, Mythen, Allegorien und Träume, ist ihr - über ihre Kindheit hinaus- erhalten geblieben. „Prinz Eisenherz“, „König Artus, die Ritter der Tafelrunde und der Heilige Gral“, Tolkiens „Herr der Ringe“, und das „Shahname“ haben ihre Phantasie beflügelt. Bereits als Schülerin freundet sie sich mit ihren Nachbarinnen an, Studentinnen aus Puerto Rico und dem Iran. Seither pflegt sie viele Freundschaften mit Menschen aus vielen europäischen, amerikanischen, asiatischen und afrikanischen Ländern. Ihr Studiengang: Studium der Geschichte und Geografie an der Universität Wien, Ihre Dissertation: Signe Klein: „Freiherr Sarkotic von Lovcen. Die Zeit seiner Verwaltung in Bosnien-Hercegovina von 1914 bis 1918“, anschließend: Studium der Malerei in der Meisterklasse von Prof. Wolfgang Hutter, Mitbegründer der Wiener Schule des „phantastischen Realismus“ an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Ihre Reisen: Auf dem Landweg um das Mittelmeer herum über Marokko, Algerien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Syrien, Libanon und Türkei. Dann auf dem Landweg über die Türkei, Irak, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien nach Nepal und zurück. Auch auf ihren Reisen in die USA, Mexiko, auf Karibikinseln, und in den keltischen Ländern Westeuropas ging es ihr um die Wahrnehmung von Kontakt und Gedankenaustausch mit den Menschen, ihres Alltagslebens, ihrer Sprachen, Geschichten, Religionen, Philosophien, archäologischen Monumente, Museen, Literatur, Theater, Musik, Tänze und darstellender Kunst. Auf diese Weise hat sie sehr viele völkerkundliche Kenntnisse gesammelt, die sie zu sehr gründlichem Literaturstudium zu bestimmten Epochen angeregt haben. Folgerichtig ist daher auch ihr unvoreingenommenes Studium philosophischer, religiöser und spiritueller Vorstellungsinhalte; die Astronomie und die Astrologie, die Kosmologie, der Götterhimmel der Antike aus verschiedensten Blickwinkeln, denen der Griechen, Römer, Kelten, Skythen, Meder, Perser, Ägypter, Inder, Mongolen und Chinesen sind mit den Weltreligionen, Judentum, Christentum, Islam, Ahura Mazdaismus/ Zoroastrismus, Sufismus, Hinduismus und Buddhismus, bis in die heutige Zeit auf´s Engste verknüpft. Darüber hinaus aktualisiert sie für die Gesellschaften in ihrer Kunst immer wieder religiöse, mythologische und historische Inhalte aus vergangenen Kulturen. Die Künstlerin als Privatgelehrte des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts vermittelt enormes Wissen, eine moderne universelle Bildung, durch ihre Werke der altmeisterlichen Öl-Malerei und der gegenständlichen Aquarellmalerei.

1. Magie – Die Magie entspringt dem menschlichen Bestreben, die Welt in der wir leben, zu verstehen und darauf einzuwirken. Die Beziehung der nicht sichtbaren Welt zur sichtbaren Welt mit ihren wechselseitigen Einwirkungen soll erkannt werden. Zuerst entsteht eine Vorstellung über die unsichtbare Welt und ihre Beziehungen zur sichtbaren Welt. Man versucht sich ein Bild davon zu machen, welche Energien und Strukturen hinter der sichtbaren Welt wirken und diese erst erzeugen. Dieser Versuch des dahinter Blickens, diese zweite Ebene zu erfassen, welche Kräfte dahinter wirksam sind, mit denen man in Kontakt kommen könnte und die man vielleicht irgendwie verwenden könnte und das Bestreben, diese Kräfte bildlich darzustellen, sind das Anliegen, das in den ersten Bildern seinen Ausdruck findet. Dieses Bemühen, etwas zu erkennen im Sinne einer Entschleierung dieser Kräfte, ein anderes Bild der Welt, eine zweite Ebene hinter der Realität abzubilden, findet hier ihren Ausdruck.

- Ölbilder: Das andere Land, die Elfenkönigin, das Meer, die Himmelsleiter, die bedrohte Stadt, Ishtar, Nemesis, der Lebensbaum, Stadt aus Nephrit, die Muscheltreppe, die Ahnherrin
- Aquarelle: Frühling, Sommer, Herbst, Mond im Widder, der blaue Vogel, Feuer in der Pflanze,
- Buntstiftzeichnung: Der Wächter - Tuschzeichnungen: Der Zauberer, Phönix, Pfauenelfen, Pfauenhexen, Noli me tangere, die Frau im Mond, der Engel vom westlichen Fenster, die Insel der Seeligen, Goldmarie und Pechmarie, Kolibri , Dschungel, der Pfau, tropischer Vogel
- Radierungen: Das Wurzelweibchen, der Sonnenkönig, die große Überfahrt, die Baumelfen

2. Kosmologie – Immer schon hat der Mensch versucht, eine Ordnung, ein Grundmuster in der Welt und im Kosmos um sich herum zu erkennen und in ein logisches, in sich sinnvolles System zu transformieren. In jeder Kultur und ihren gedanklichen Grundlagen wurde ein besonderer Aspekt oder eine spezielle Sichtweise dieser Beobachtungen in den Vordergrund gerückt. Allen gemeinsam sind verschieden ausgestaltete Schöpfungsgeschichten, Vorstellungen von der Entstehung der Elemente und des Lebens. Himmel, Erde und die Gestirne wurden als Grundgegebenheiten der Existenz begriffen und mit besonderen Bedeutungen versehen. Das führte zu intensiven Beobachtungen, die unter anderem Kalendersysteme, architektonische Konstruktionen und astronomische Berechnungen hervorbrachten, deren Genauigkeit nicht selten überrascht. Tiere, Pflanzen und menschliche Lebenszyklen wurden dazu in Beziehung gebracht , und so kam es zur Entwicklung umfassender Kosmologien. Die von diesen ausgelöste Faszination manifestiert sich in einer Reihe von Ölbildern, die von der Astrologie und von Träumen inspiriert sind, und von mehreren Aquarellen, die auch einfache Naturbeobachtungen beinhalten.

- Ölbilder: Die Entstehung des schwarzen Mondes, die Teilung der Welt, Wassermann und Zwilling, Zyklus „Die zwölf Sternzeichen“, die Kinder der Sonne, die Kinder des Mondes, die Maske des Mars, die Pforte des Saturn, auf dem Weg, Löwe und Jungfrau, Bob Marley, der Gärtner, der Hafen, Kokospalme, Palmenstudie
- Aquarelle: Melangeloi, die Mondgöttin, karibische Szenen
- Buntstiftzeichnung: Die Welt

3. Mythologie – Mythologien haben ihren Ursprung in vielen existentiellen Fragen, auf die die Menschen versuchten, eine Antwort zu finden: Nach der Herkunft des Seins, der Religionen , der Götter und der Völker, nach deren Wanderungen und Auseinandersetzungen und schließlich der Entstehung der Kulturen. Individuelle Lebenszyklen erscheinen eingebunden in bedeutungsvolle Überlieferungen. Epochale Umwälzungen und bewegende Geschichten offenbaren sich in ausdrucksstarken Gemälden. Phantastische Geschöpfe, wie Greifen, Drachen und Elfen, leben in einer leuchtenden Welt, zu der man heute nur mehr schwer Zugang findet. Diese Welt wird besonders gut sichtbar durch die keltische Mythologie und ihren reichen Sagenschatz. Kostbare archäologische Funde ermöglichen eine Annäherung an die ursprünglichen Vorstellungen, die der Entstehung dieser Geschichten zugrunde liegen. Alte Göttinnen und Götter, heilige Orte und vergessene Riten erinnern in archetypischen Szenen an eine glanzvolle versunkene Welt, die durch in intensiven Farben leuchtende Bilder wieder näher gebracht werden soll.

- Ölbilder: Der brennende Baum, Zyklus „das keltische Tarot“ (22 Hauptkarten), Zyklus „keltische Sagen“ : Die Sagen des Mabinogi : Math, Gwydion, Rhiannon, der magische Kessel, Abred (Artus), Annwn (Merlin); irische Sagen: Cuchullain, Diarmuid und Grainne, Gwynwyth (Danu, Brid und Lugh); fünf Elemente : Erde, Feuer, Luft, Wasser und Äther.
- Aquarelle: Serie „die fünf Elemente“, Zyklus „Geister der Bäume“ (30 Bilder), Serie „Göttinnen“ (zehn Bilder), Serie „keltische Götterpaare“ (sechs Bilder), die Weltachse , Ventry Bay , Dingle Bay 1 und Dingle Bay 2
- Tuschzeichnung : Der Harfner

4. Mystik – Nach der Beschäftigung mit Magie, Kosmologie und Mythologie bleiben noch viele Fragen nach der Bedeutung der Schöpfung unbeantwortet. Trotz aller Erkenntnisse kommt der Mensch einmal in einen Zustand, in dem er erkennt, dass dies alles begrenzt ist, dass der Mensch im Grunde nicht weiß, wo er herkommt, wozu er da ist und wohin er geht. In diesem Moment beginnt er sich danach zu sehnen, sich mit jenem Geheimnis, das sich hinter dem Schleier der ungelösten Rätsel verbirgt, direkt zu konfrontieren und zu verbinden. Die Suche in der Außenwelt hat auf diesem Gebiet keine Ergebnisse gebracht. Also wendet sich der Blick nach innen. Aber auch hier begegnen dem Menschen viele Bilder. Alle Gefühle, Ideen und Erkenntnisse zeigen sich in gleichnishaften Gestalten. Auch in der eigenen Innenwelt offenbart sich die Gegensätzlichkeit von Liebe, Schönheit und Leben - und Kampf, Trauer und Tod. Mit der Erforschung des eigenen Wesens besteht aber die Möglichkeit, die Natur aller Wesen zu erforschen und durch die Überwindung der Gegensätzlichkeiten dem einzigen Urgrund näher zu kommen. Indem man sich von diesen Bindungen befreit kann die Liebe auf einer höheren Stufe in die richtige Richtung weisen. Die Sehnsucht danach steht hinter vielen alten Mysterienkulten, wie den medischen Magi , dem Mithras- Kult, der altiranischen Ahura Mazda – Sonnenreligion, der Verehrung der grossen Göttin als Anahita, Ischtar , Kybele u.a. , der griechisch- thrakischen Mysterienkulte und vieler anderer. In unserer Zeit sind davon manche Spuren noch zu finden in den Sekten der Jeziden und Jaresan und in den alten Sufi- und Derwischorden des Orients, für die die Liebe und die Sehnsucht nach dem Ursprung den Weg zu der allumfassenden Einheit der göttlichen Existenz , des Alles in Allem, bedeuten. Die Intensität dieser Gefühle und die Anziehungskraft dieser Geheimnisse bilden den Hintergrund für Darstellungen aus der altiranischen, kurdischen und altorientalischen Mysterienwelt.

Das Werk von Signe Anita Fuchs besteht nicht nur aus Malerei, sondern auch aus literarischen Werken. 2012 sind  erschienen: “Das Alte Volk“ , historischer Roman und „ Mit Harfe und Schwert“ , historischer Roman.

- Ölbilder: Vier Himmesrichtungen (vier Bilder: Der Norden, der Süden, der Osten, der Westen), Mam und Zin; Farhad, Shirin und Khosrow; Mithra und Anahita , die Schale des Dshamshid, Kawa und Faridun, Feuertempel, Simurgh
- Aquarelle: Persische Tänzerin, Türkische Tänzerin, Serie: „Sieben Prinzessinnen“ (sieben Bilder), Neptunprinzessin, Serie: „Sieben Engel“ (sieben Bilder) , Pfauenengel, Serie: „Archäologische Aquarelle“ (neun Bilder) , Serie: „Traumbilder“ (vier Bilder) .